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Klöppeln – Mehr als nur ein Hobby

Es gibt sicherlich eine Menge Freizeitaktivitäten, mit denen man sich beschäftigen kann. Und auch in Sachen Handarbeit ist in den letzten Jahren ein stetiger Wachstum zu verzeichnen. Immer mehr Menschen interessieren sich jetzt wieder für die verschiedensten Handarbeitstechniken. Dabei ist es besonders bewundernswert, dass sich auch viele junge Menschen den alten Traditionen wieder hingeben. Eine dieser schönen Traditionen und Handarbeiten ist das Klöppeln. Dabei ist das Klöppeln vielen Menschen sicherlich ein Begriff, aber nur die Wenigsten wissen auch, worum es sich dabei überhaupt handelt. Geschweige denn, wie überhaupt „geklöppelt“ wird. Das Schöne am Klöppeln ist aber, dass hier eigentlich nur zwei Handbewegungen notwendig sind. Aber was genau ist das Klöppeln nun eigentlich?

Was versteht man unter Klöppeln?

Mit dem Klöppeln meint man das Verflechten von Fäden. Da dies aber nicht so einfach geht, werden spezielle Klöppelhölzer zur Hilfe genommen. Auf diese wird dann das Garn aufgewickelt. Außerdem wird auch noch eine Vorlage verwendet. Diese nennt sich Klöppelbrief. Dieser befindet sich auf einem fest gestopften Polster, dem Klöppelkissen. Mit Hilfe des Klöppelbriefs werden die Nadelpunkte angezeigt. Und diese wiederum bestimmen die Form der Spitze. Mit den Paaren werden dann ein paar Flechtbewegungen gemacht und spannt anschließend die Fäden um die Nadeln, bis sich absolut nichts mehr verziehen lässt. Es sollte jedoch nicht zu Irritationen kommen. Auch wenn die vielen Klöppel auf dem Kissen liegen, arbeitet man eigentlich nur mit zwei Paar gleichzeitig. Und es werden auch immer nur zwei Bewegungen benötigt, um die Fäden zu verbinden. Klingt vielleicht ein wenig kompliziert, macht aber Spaß. Dennoch sollte Geduld, Fingerfertigkeit und auch gute Augen mitgebracht werden. Und auch logisches Denken kann beim Klöppeln durchaus hilfreich sein. Aber auch das Interesse am Klöppeln und die Lust am Lernen sollten auf keinen Fall fehlen. Heute werden die Produkte des Klöppelns ganz unterschiedlich verwendet. Beispielsweise als Meterware, Einsätze, Deckchen, Kanten, Schmuckelemente oder Accessoires. Auch in der Mode finden sich Klöppel-Elemente immer wieder.

Die Geschichte des Klöppelns

Der Grund warum das Klöppeln eigentlich entstanden ist, hat etwas mit der Mode und dem Aussehen zu tun. Denn man wollte den Rändern von Kleidungsstücken eine feste und gleichzeitig dekorative Kante geben. Also wurden mit den Variationen von Flechten aus den losen Fransen, schmückende Elemente an die Kleidung gebracht. Natürlich war dies in erster Linie nur den Reichen vorbehalten. Dann sollte die Herstellung ein wenig vereinfacht werden und man kam auf die Idee, das Flechtwerk unabhängig von den Kleidungsstücken zu gestalten. So wurden die ersten Klöppelspitzen gefertigt. Dabei handelte es sich um die Flechtspitzen. Die ersten, nachweislichen, Quellen des Klöppelns sind Musterbücher aus Italien. Diese stammen aus dem 16. Jahrhundert. In Italien wird auch der Ursprung der Technik des Klöppelns vermutet. Der erste Musterbuch erschien demnach 1557 in Venedig und hieß „Le Pompe“. Von Italien aus gelangte die Technik dann nach Spanien oder in die spanischen Niederlande und dann nach Frankreich. Darüber hinaus sind aber auch im Erzgebirge die ersten Klöppelspitzen im 16. Jahrhundert aufgetaucht. Die Witwe eines Montan-Unternehmers aus Annaberg, Barbara Uthmann, maßgeblich an der Verbreitung des Klöppelns im Erzgebirge beteiligt gewesen sein. Sie war Verlegerin. Nach Erzählungen soll sie 900 Bortenwirkerinnen mit Aufträgen versorgt haben. Mit dem 19. Jahrhundert kam auch eine änderung im Klöppeln hinzu. Von nun an konnten die Klöppelspitzen auch mit Klöppelmaschinen hergestellt werden. Zu den traditionellen Klöppelregionen in Deutschland gehören das Erzgebirge, das östliche Niedersachsen und Franken. Die Stadt Abenberg in Mittelfranken im Landkreis Roth ist besonders für die Herstellung von Klöppelspitzen bekannt. Bis zu 400 Frauen konnten in der Vergangenheit hier mit dem Klöppeln ihren Lebensunterhalt verdienen. Leider gehört auch dies bereist der Geschichte an. Dennoch ist das Klöppeln hier immer noch präsent. Vor allem im Klöppelmuseum auf der Burg Abenberg. Darüber hinaus gibt es auch in Deutschland noch zahlreiche Klöppelschule, wo diese besondere Kunst noch gelehrt wird.

Die verschiedenen Klöppelarten

Wer sich für das Klöppeln entscheidet, kann aus verschiedenen Arten wählen. Dabei erfolgt das Klöppeln:

  • nach Muster und verwendeter Technik oder Material
  • aufgrund der historischen Entwicklung ( hier spielen die Renaissance-, Barock-, Klassizismus- und moderne Spitzen eine wichtige Rolle)
  • anhand der jeweiligen Klöppelregionen: Honiton (England), Tondern (Dänemark), Brüssel und Brügge (Belgien), Mailand (Italien), Erzgebirge etc.
  • Ein schönes Hobby

    Wer sich einmal für solch ein Hobby entschieden hat, wird in der Regel auch dabei bleiben. Denn es gibt immer wieder neue Dinge, die man lernen kann. Darüber hinaus ist das Klöppeln eine sehr kreative Tätigkeit, bei der auch die eigenen Ideen und Entwürfe eingebracht werden können. Wer aber nicht so kreativ ist oder keine eigenen Ideen hat, muss nicht denken, dass das Klöppeln dann nichts für ihn wäre. Es gibt eine Menge an Mustern, die ausprobiert werden können. Darüber hinaus ist das Klöppeln in den letzten Jahren immer beliebter und bekannter geworden. So finden sich heute in vielen Regionen und Städten auch Gruppen von Klöpplerinnen und Klöppler, die sich regelmäßig treffen, ihrer Leidenschaft nachgehen und auch Erfahrungen austauschen. Aber auch Ausstellungen, Kurse oder Vorträge zu dem Thema Klöppeln werden heute schon angeboten. Die Händler von Materialien und Ausstattungen für das Klöppeln sind ebenfalls sehr interessiert mit den Menschen, die dieser Leidenschaft nachgehen, in Kontakt zu kommen. So finden auch entsprechend viele Messen und andere Veranstaltungen statt. Es gibt sogar den Deutschen Klöppelverband. Dieser lädt jedes Jahr zu einem großen Kongress in einer anderen Stadt ein. An drei Tagen kann dann komplett in die Welt der Klöppler eingetaucht werden. Dann kann ein Blick auf die moderne und die historische Spitze geworfen werden. Aber auch die Vorträge und Angebote von Händlern aus dem In- und Ausland sollte man sich auf keinen entgehen lassen.

    Verschiedene Klöppelspitzen aus der ganzen Welt

    Heute findet sich die Klöppelspitze auch in vielen Regionen als eigenständige Form und ist entsprechend beliebt. Unter den Spitzen, die man heute kennt, finden sich: russische, slowenische und flandrische Bänderspitze, Binche, Torchon, Pariser Spitze, Honiton, Buckspoint, Tüllspitze, "Christian IV", Cluny, Reticella, Duchesse und viele weitere historische Spitzenarten. Dabei sehen die verschiedenen Spitzen nicht nur alle Verschieden aus, sondern haben auch noch besondere Eigenschaften. Bei manchen wurden die Kurven enger gearbeitet oder die Paare wurden andere eingefügt oder herausgenommen. Aber auch charakteristische Verzierungen und Grundmuster sind bezeichnend. Dabei kann dies aber auch alles erlernt werden. Zu jeder Spitze finden sich heute verschiedene Bücher und Kurse, die genutzt werden können, um sich das entsprechende Wissen anzueignen. Wer einmal mit dem Klöppeln begonnen hat, kann sich auch stetig weiterentwickeln. Der Deutsche Klöppelverband bietet unter anderem selbst viele Kurse an. Und es erscheint auch drei Mal im Jahr ein Mitgliedermagazin. Hier finden sich neben Tipps und Anleitungen auch zahlreiche Neuigkeiten aus dem Bereich des Klöppelns.